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Bischof Krebs in EschweilerFreitag, 06.08.2010
Am Mittwoch, den 4. August 2010, diente Bischof Horst Krebs den Mitgliedern der Gemeinde Eschweiler und den Amtsträgern des Bezirks im Ruhestand.
Grundlage des Gottesdienstes war Kapitel 8, 34-35 aus dem Evangelium nach Markus: „Und er rief zu sich das Volk samt seinen Jüngern und sprach zu ihnen: Wer mir nachfolgen will, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach. Denn wer sein Leben erhalten will, der wird's verlieren; und wer sein Leben verliert um meinetwillen und um des Evangeliums willen, der wird's erhalten.“
Bischof Krebs berichtete zunächst, dass er kürzlich mit Bezirksapostel Armin Brinkmann das Neuapostolische Seniorenzentrum Fröndenberg besucht habe, und schilderte seine Eindrücke dort. Älteren Mitmenschen merke man oft an, dass diese seit vielen Jahren im Glauben stehen. Mitunter erscheine es, dass nun die Seele den gebrechlichen Leib weitertrage. Unabhängig vom Alter könne gelegentlich der Eindruck aufkommen, von allen und Gott verlassen zu sein. Würde jedoch jeder einmal von seinen Glaubenserlebnissen erzählen, verfliege dieser Eindruck schnell. „Lasst uns an diese besonderen Momente zurück denken“, so bat der Bischof, „wenn schwierige Ereignisse eintreten.“ Er erinnerte an die drei jungen Männer, die in den Feuerofen geworfen wurden. Diese jammerten oder klagten nicht, sondern legten ihr Schicksal in Gottes Hand. Wir sollten uns dieses Verhalten zum Vorbild nehmen und weniger Gottes Beistand einfordern, sondern auf seine Weisheit vertrauen.
Bischof Krebs nahm weiter Bezug auf den Bibelvers aus dem Markus Evangelium. Jesus forderte seine Jünger und das Volk auf, das alte Leben abzulegen und ihm nachzufolgen. Damit verlangte er zweifelsohne viel, jedoch nicht mehr als er selber zu tun bereit war. „Hat Jesus nicht sein göttliches Leben verlassen? Hat er sich nicht immer dem göttlichen Willen unterworfen?“, stellte Bischof Krebs dem Unwillen entgegen, bedingungslos Jesu Lehren zu folgen. Wir seien auch heutzutage oft in unserer eigenen Vorstellung, wie christliches Leben auszusehen habe, gefangen. Selbst Petrus reagierte entsetzt, als Jesus seinen Jüngern offenbarte, wie sein Leben enden sollte, und erwiderte: „Das widerfahre dir nur nicht!“
Jesus wies Petrus daraufhin scharf zurecht. Haben wir bereits ein so gutes Verhältnis zu Jesus, dass wir von ihm ähnlich harte Kritik an unserer Sichtweise annehmen und uns dann auch ändern können? Paulus sei ein weiteres gutes Beispiel für Änderungsfähigkeit. Dieser habe zunächst Christen verfolgt und glaubte, damit gottgefällig zu handeln. Nachdem ihm Jesus erschienen war, habe er seine Einstellung geändert. Können wir dann nicht auch Kleinigkeiten in unserem Leben, unserer Sichtweise ändern?
Zuletzt wies Bischof Krebs darauf hin, dass es nicht darauf ankomme, bedingungslos irdischen Wohlstand anzustreben. Vielmehr sei es wichtig, die eigenen Prioritäten nach Gottes Willen auszurichten. Dadurch könne ewiges Leben erlangt werden.
Bericht: Marco Köhl